"Schützenwelten. Bewegte Traditionen." im Geschichtsmuseum der Stadt Lüdenscheid


Datum von: 14.10.2006 bis 20.04.2007

Sammlung Gauselmann - Deutsches Automatenmuseum präsentiert 12 Schaustellautomaten in der Ausstellung "Schützenwelten. Bewegte Traditionen." im Geschichtsmuseum der Museen der Stadt Lüdenscheid

"Hallensia" spielt zum Tanz auf!


Es gibt sie seit Jahrhunderten in jeder Stadt und in jedem Dorf: Schützenvereine und Schützenfeste mit der dazugehörigen Kirmes. Auf den Spuren des Schützenwesens und dessen Tradition, wie z. B. des Jahrmarkts, begibt sich deshalb jetzt die Ausstellung "Schützen-Welten. Bewegte Traditionen im Sauerland.", die bis zum 20. Mai 2007 im Geschichtsmuseum der Stadt Lüdenscheid zu sehen ist. Knapp 250 renommierte Exponate werden in der Präsentation gezeigt. Zu den nationalen und internationalen Leihgebern gehören neben der Espelkamper Sammlung Gauselmann - Deutsches Automatenmuseum (DAM) auch die historischen Museen der Städte Amsterdam, Attendorn, Frankfurt am Main, Hagen, Hamm und Iserlohn wie auch das Staatsarchiv Münster oder das Deutsche Schützenmuseum auf Schloss Callenberg bei Coburg.

Die Auseinandersetzung mit mehreren Jahrhunderten Geschichte des Schützenwesens, ihre internationalen Bezüge und die Tradition von Schützenfesten und Jahrmärkten stehen im Mittelpunkt der Ausstellung. Bei den jährlichen Schützenfesten wurden auf den Jahrmärkten nicht nur Waren angeboten, sondern es war auch für Unterhaltung gesorgt: allerlei fahrendes Volk, wie beispielsweise Gaukler, Wahrsager, Musikanten, Quacksalber und Tanzbärenleiter sorgten für Kurzweil und boten die Möglichkeit, kurzzeitig dem Alltag zu entfliehen. Die Jahrmärkte fanden in zunehmendem Maße zusammen mit Schützenfesten und Vogelschießen statt.

Unter den Vergnügungsangeboten des frühen 20. Jahrhunderts spielten die Jahrmarktsautomaten eine besondere Rolle. Überaus beliebt waren Geräte, die auf unterschiedlichste Art zum Wettkampf aufforderten, wie seit 1887 in Deutschland aufgestellte Kraftmesser. Wer einen Blick in die eigene Zukunft riskieren wollte, versuchte es an Handlese-, Wahrsage- oder Horoskopautomaten. Jahrmärkte waren ohne diese Automaten damals nicht denkbar.

Rummelplatz im Lüdenscheider Museum

Deshalb verwandelt sich das Foyer des Lüdenscheider Museums ein halbes Jahr lang in einen Rummelplatz, denn die Sammlung Gauselmann - Deutsches Automatenmuseum präsentiert in der Ausstellung u. a. die Unterhaltungsautomaten "Show your strength" aus dem Jahre 1904 oder das Leipziger Faustballspiel "Tura Amboss" aus dem Jahre 1938. Beide Exponate waren auf den Jahrmärkten beliebte Attraktionen. Als Highlight aber spielt die "Hallensia" der Gebrüder Decap zum Tanz auf.

Die "Hallensia" ist eine Tanzorgel, die beim Schützenball für die richtige Musik sorgte. In Belgien hatte sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts der Typus der Tanzorgel herausgebildet und die "Hallensia" wurde 1953 von der 1902 in Antwerpen gegründeten Firma Decap als Unikat für einen Kunden in Halle bei Brüssel gebaut. Als Antrieb dient der Tanzorgel ein Elektromotor in Verbindung mit einer Druckluftpneumatik, als Tonträger verwendete man ein Lochband aus gefalteten Kartonsegmenten mit 92 Tonstufen. Hölzerne Orgelpfeifen, Pauke, Trommel, Rassel, Xylophon, Holzblöcke, Cinellen und ein direkt angesteuertes chromatisches Akkordeon der "Hallensia" sorgen für die nötige musikalische Unterhaltung.

Die Ausstellung "Schützen-Welten. Bewegte Traditionen im Sauerland." ist ein Projekt des veranstaltenden Vereins für die Geschichte Preußens und der Grafschaft Mark e.V. in Verbindung mit der Stadt Lüdenscheid und in Kooperation mit dem Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen, der das Projekt im Rahmen der "Regionalen Kulturpolitik" unterstützt.

Bis zum 20. Mai 2007 ist die Ausstellung jeweils Dienstags bis Sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Weitere Informationen über die Präsentation in Lüdenscheid sind auch online unter www.schuetzenwelten-luedenscheid.de abrufbar. Näheres über die Sammlung Gauselmann - Deutsches Automatenmuseum ist bei der Museumsleiterin des DAM, Monika Kokoska, zu erfahren oder im World Wide Web unter www.deutsches-automatenmuseum.de.
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