"Mythos Dresden"
Sammlung Gauselmann - Deutsches Automatenmuseum präsentiert historische Exponate im Deutschen Hygienie-Museum in der sächsischen Landeshauptstadt
„Die eierlegende Henne“ (Dresden, 1920) und die „Eierhandlung von Hahn und Henne“ (Dresden, 1928) – sie sind die beiden historischen Exponate, die ab dem 08. April im Deutschen Hygiene-Museum in Dresden ausgestellt werden. Die Sammlung Gauselmann – Deutsches Automatenmuseum unterstützt damit die Sonderausstellung „Mythos Dresden“, die anlässlich des 800-jährigen Stadtjubiläums präsentiert wird.
„Mythos Dresden“
Welche Mythen sich um die sächsische Landeshauptstadt drehen, das zeigt das Deutsche Hygiene-Museum auf einer Ausstellungsfläche von 1.200 m2 und verfolgt die Spuren, die die sächsische Metropole seit Jahrhunderten umgibt. In fünf poetischen Bildern zeigt die Ausstellung eine facettenreiche Auswahl, was den Mythos Dresden heute ausmacht.
Was wurde nicht alles in Dresden erfunden! Porzellan, Filterzigaretten, Teebeutel, Bierdeckel, Zahnpasta in Tuben - und Schokolade. Schließlich war Dresden gegen Ende des 19. Jahrhunderts das damalige Zentrum der deutschen Schokoladenindustrie und löste einen ersten Schokoladenboom aus. Im Jahr 1834 wurde in Dresden die Maschinenfabrik J.M. Lehmann gegründet, die mit ihren eigenen Entwicklungen für die Schokoladenindustrie maßgeblich zur Industrialisierung beitrug. Nicht nur die Firma Lehmann war in Dresden ansässig, sondern vor allem auch viele Schokoladenhersteller hatten in Dresden ihren Ursprung, so dass sich die Stadt an der Elbe schnell zum damals größten Schokoladenproduzenten entwickelte.
Befreiung von strengen gesellschaftlichen Normen, Schnelligkeit, direkter Zugriff zu Waren jeder Art und die ständige Suche nach Unabhängigkeit: diese Merkmale läuteten das neu angebrochene Jahrhundert ein und auch in der Elbflorenz gewann der automatische Warenverkauf eine außerordentliche Bedeutung. So wurden neben Zigarren auch Schokoladenprodukte durch Warenautomaten erfolgreich abgesetzt. Besonders die Kinder erfreuten sich der gusseisernen, verschnörkelten und buntlackierten Automaten, die für einen Groschen ihre Waren offerierten. Im Trend der Zeit produzierten die Automatenhersteller u.a. Gehäuse mit Tiermotiven mit gackernden Hennen, krähenden Hähnen oder bellenden Hunden.
Warenautomaten
Mit der „Eierlegenden Henne“ präsentiert die Sammlung Gauselmann - Deutsches Automatenmuseum den wohl bekanntesten und beliebtesten Warenautomaten dieser Zeit. Er wurde 1920 von dem Dresdener Automatenhersteller MUM Automaten GmbH hergestellt. Meistens stand die „Eierlegende Henne“ an Kiosken oder in Lebensmittelgeschäften. Bereits die Vorläufer dieses Exponats sind 1895/1896 in Publikationen erwähnt. Die „Eierlegende Henne“ war schon allein ein außergewöhnlicher Warenautomat wegen seiner Bauweise aus reinem Gusseisen. Ausgegeben wurden Blecheier, in denen sich Süßigkeiten und auch Überraschungen für Kinder befanden. Beim Ziehen des Griffs löste man oftmals auch das Gegacker der Henne aus.
Ähnlich wie bei der „Eierlegenden Henne“ sollten auch mit der „Eierhandlung von Hahn und Henne“, die 1928 von Reinhold Reichert in Dresden hergestellt wurde, Kinder bzw. ihre Eltern angesprochen werden. Neben dem süßen Inhalt gewährte die Gestaltung des Gehäuses, in dem Hahn und Henne mit dem Küken sitzen, einen guten Verkauf. Bei der „Eierhandlung von Hahn und Henne“ drehte der Käufer nach dem Münzeinwurf an der Kurbel, die das „Krähen“ des Hahns und das „Gackern“ der Henne auslöste und dann das Ei, gefüllt mit Süßigkeiten, freigibt.
Ausstellung vom 08. April bis 31. Dezember 2006
Die Sonderausstellung wird am 07. April feierlich eröffnet. Ein umfangreiches Rahmenprogramm und verschiedene Aktionen laden vom 08. April bis zum 31. Dezember 2006 zu der Ausstellung im Deutschen Hygiene-Museum ein (Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr).
Informationen zur Ausstellung „Mythos Dresden“ und zum Deutschen Hygiene-Museum sind im Internet unter www.dhmd.de abrufbar und über die Sammlung Gauselmann - Deutsches Automatenmuseum unter www.deutsches-automatenmuseum.de.kument schließen |