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Feierlich wurde die Ausstellung „Johann Stauß meets Elvis – Musikautomaten aus zwei Jahrhunderten“, die gemeinsam vom Preußen-Museum NRW und der Sammlung Gauselmann – Deutsches Automatenmuseum präsentiert wird, am Sonntag, 30. März 2003, eröffnet.
Als Ehrengäste konnte Dr. Veit Veltzke, Direktor des Preußen-Museums NRW, unter anderem begrüßen: Armin Gauselmann (Vorstandsmitglied der Gauselmann AG), Karin Gauselmann (Mitglied des Aufsichtsrates der Gauselmann AG), Manfred Grünewald (Vorsitzender des Aufsichtsrates der Gauselmann AG), Dr. Rolf Krumsiek (stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates der Gauselmann AG), Reinhart Korte (Bürgermeister der Stadt Minden), Wilhelm Krömer (Landrat des Kreises Minden-Lübbecke) und den CDU Bundestagsabgeordneten Steffen Kampeter.
Gemeinsam mit Dr. Veit Veltzke eröffnete Armin Gauselmann die Ausstellung. „Es erfüllt mich mit Stolz, heute Vormittag mit Ihnen gemeinsam in den historischen Mauern des Preußen Museums Nordrhein-Westfalen eine Ausstellung zu eröffnen, die sich mit Musikautomaten aus zwei Jahrhunderten beschäftigt. Stolz bin ich zum einen, da Sie hier Musikautomaten aus der unternehmenseigenen „Sammlung Gauselmann“ bestaunen können und zum anderen resultiert der Stolz aus der Tatsache, dass eine solche bisher zumindest in Deutschland einzigartige Präsentation in einem Haus gezeigt wird, das weit über unsere regionalen Grenzen und die des Landes Nordrhein-Westfalen ausstrahlt. Aber der Auftakt der Ausstellung findet in der Heimatregion unserer Familie und dem Stammsitz unserer Unternehmensgruppe statt. Das war uns als Familie wichtig, denn es zeigt wiederum unsere Verbundenheit mit den Menschen in Ostwestfalen und ihrer Heimat“, erklärte Armin Gauselmann den zahlreichen Gästen: „Ein Großteil der hier in Minden und später in Wesel gezeigten Exponate wird nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten erstmals der breiten Öffentlichkeit gezeigt. Genießen Sie den Rundgang oder die Zeitreise durch viele Jahrzehnte industriell gefertigter Musikautomaten von der Kaiserzeit bis in die Rock´n Roll-Ära der 1950er und 1960er Jahre des letzten Jahrhunderts. Jeder hier gezeigte Automat steht auf seine Weise für die Sehnsüchte und die Faszination seiner Zeit. Natürlich ist er auch ein Ausdruck des jeweils vorherrschenden Lebensgefühls.“
„Johann Strauss meets Elvis - Musikautomaten aus zwei Jahrhunderten“, so der Titel. Doch wo sonst sollen sich Strauß und Elvis treffen? Auf den Bühnen der Welt wohl kaum, aber in der Musikbox, da können zwei Menschen, die so unterschiedliche Musik zu unterschiedlichen Epochen gemacht haben, zusammenfinden.
Rund 70 Exponate werden bis 29. Juni in Minden gezeigt. Von den mechanischen Musikinstrumenten deutscher Produktion bis zu den Juke-Boxen aus den USA reicht die Vielfalt. „Für uns hat die Ausstellung eine besondere Bedeutung. Zum ersten Mal werden Musikautomaten aus zwei Jahrhunderten in ihrer technischen Entwicklung ausführlich dargestellt. Da werden viele Erinnerungen lebendig“, so Dr. Veit Veltzke. Besonders lobte er die gute Kooperation mit der Gauselmann Gruppe.
Ein Highlight sind die drei Raum-Zeit-Inszenierung: Da gibt es den Krämerladen, die Spelunke der amerikanischen Prohibitionszeit und das Kino der 50er Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts. Jeweils in den gegenüberliegenden Räumen befinden sich die dazu passenden Geräte. Neben den Musikautomaten gibt es noch allerhand Begleitendes zur damaligen Zeit zu sehen, wie beispielsweise Titelblätter der „Neuen Illustrierten“, an denen man viel von der Entwicklung zu der Adenauer Zeit ablesen kann. „Wir versuchen die Besucher in die damaligen Welten hereinzubringen“, erklärte Dr. Veit Veltzke. Deshalb wurde auch die Cafeteria in die 1950er Jahre zurückversetzt mit Musik von damals und historischen Speisen und Getränken.
Jeweils sonntags und an den Feiertagen gibt es um 14:00 Uhr öffentliche Führungen, bei denen auch einige Musikautomaten zum Klingen gebracht werden. Gruppen können zusätzlich Führungen buchen. Lesungen mit Musik werden am 7. Mai, 28. Mai und 25. Juni jeweils um 19:30 Uhr angeboten. Robert Werther, Rezensent und Theaterkritiker, und Pitt Witt, Musiker, werden sich hier mit den in der Ausstellung gestreiften Epochen beschäftigen. Am 18. Mai, dem Internationalen Museumstag, werden außerdem ab 16:30 Uhr in Zusammenarbeit mit der Rock-Akademie OWL e. V. (Herford) Schallplatten und Cover versteigert.
Gemeinsam mit der renommierten Arnoldschen Verlagsanstalt in Stuttgart haben das Preußen-Museum NRW und die Gauselmann Gruppe ein Handbuch zur Geschichte der Musikautomaten aufgelegt. Der Autor Werner Reiß untersucht hier sowohl die Ursprünge der modernen Musikautomaten seit dem mittelalterlichen Glockenspiel als auch die technischen, designgeschichtlichen und wirtschaftsgeschichtlichen Gesichtspunkte. | |