 | „In Remscheid ist die Musik zu Hause“, so Dr. Christian Henkelmann, Kulturdezernent der Stadt. Deshalb hat er dafür gesorgt, dass im Historischen Rathaus Remscheid ab dem 22. Juli rund 40 Musikboxen zu sehen sind. Diese Ausstellung richtet die Stadt Remscheid in Zusammenarbeit mit der Sammlung Gauselmann – Deutsches Automatenmuseum (DAM) aus.
„Remscheid meets Elvis – Musikboxen aus vier Jahrzehnten“, so der Titel der Ausstellung. In Form von Musik möchte die Stadt diese Kultfigur in nostalgischer Art und Weise wieder auferstehen lassen. Denn wer, wenn nicht Elvis ist durch die Schallplatte berühmt und verewigt worden? Die große Ära der Schallplatte – das war auch die Zeit von Elvis.
Der Gerätebestand in der Bundesrepublik wird beispielsweise 1954 auf etwa 4.500 Boxen geschätzt, im folgenden Jahr waren es schon 12.500. 1959 sorgten in bundesdeutschen Lokalen sogar 40.000 Musikboxen für Stimmung. Analog dazu war Elvis im Jahr 1958 auf dem Höhepunkt seiner Popularität.
Rund 40 Exponate werden bis zum 12. September in Remscheid gezeigt – alles Exponate aus den Beständen des DAM. Insgesamt gibt es im Firmenmuseum der Gauselmann Gruppe weit über 1.100 historische münzbetriebene Automaten. Etwa 170 Exponate aus den Bereichen Waren-, Dienstleistungs-, Unterhaltungs-, Geldgewinn- und Geschicklichkeitsautomaten sowie Slotmachines, Flipper und Musikboxen können im firmeneigenen Museum in der Unternehmenszentrale in Espelkamp bewundert werden. Armin Gauselmann, Vorstandsmitglied der Gauselmann AG, trägt stellvertretend für die Unternehmerfamilie die Verantwortung für die weiterhin positive Entwicklung dieser einzigartigen Sammlung und deren vielfältige öffentlichkeitswirksame Aktivitäten.
Auf den drei Etagen des Historischen Rathauses sind die Musikboxen ganz nach dem chronologischen Konzept angeordnet. Die erste Epoche beginnt in den 1930er Jahren und endet mit dem Ende des zweiten Weltkrieges. „Das ist die Anfangszeit der Musikbox“, erklärt Monika Kokoska die Leiterin des DAM: „Hier wurden erstmals Musikboxen serienmäßig gebaut, nachdem 1927 die erste vollelektrische Box auf den Markt kam.“
Nach dem zweiten Weltkrieg feierten vor allem amerikanische Boxen ein Comeback. Deutsche Boxen kamen in den 1950er Jahren mit dem einsetzenden Wirtschaftswunder auf. Sie sind in einer dritten Epoche zusammengefasst.
Von allen vier großen amerikanischen Herstellern sind Exponate zu sehen: Wurlitzer, Seeburg, Rock-Ola und AMI. Zu den Highlights der Ausstellung zählt Monika Kokoska die „Bussoz Phonolux“, die „Seeburg Symphonola Classic“, die Wurlitzer 1550 A und die AMI C. Sie weckt im Hause Gauselmann Erinnerungen an vergangene Zeiten. „Mit ihr begann 1985 unsere Sammlung als Hobby von Michael Gauselmann“, erzählt Monika Kokoska.
Eröffnet wird die Ausstellung am 22. Juli gegen 11 Uhr ganz feierlich durch den Oberbürgermeister der Stadt Remscheid, Fred Schulz. Robert Hess, der Sprecher der Gauselmann Gruppe, wird im Anschluss auch ein Grußwort an die Besucher richten. Später wird Monika Kokoska dann eine Führung durch die Etagen anbieten.
Zu sehen sind die Exponate zu den regulären Öffnungszeiten des Historischen Rathauses montags bis freitags von acht bis 17 Uhr. Im Laufe der Ausstellung sind außerdem verschiedene größere Veranstaltung im Historischen Rathaus in Planung. Zu diesen werden einige Musikboxen dann sogar vorgeführt. | |