Wiener Walzer und Rock’n Roll erobern Wesel

Ausstellungseröffnung: Johann Strauß und Elvis zu Gast im Preussen-Museum Nordrhein-Westfalen in Wesel vom 21. September bis 16. November 2003


Johann Strauß trifft vom 21. September bis zum 16. November 2003 mit Elvis in Wesel zusammen. Zwar treten die beiden Künstler selbstverständlich nicht auf einer Bühne auf – schließlich lebten Johann Strauß und Elvis in verschiedenen Epochen und auch ihre Musik könnte unterschiedlicher nicht sein. Doch ihr Erbe, die Musik, verbindet jetzt die herausragenden Künstler während der Ausstellung „Johann Strauß meets Elvis – Musikautomaten aus zwei Jahrhunderten“, die am Sonntag, den 21. September 2003, um 11:30 Uhr im Preussen-Museum NRW in Wesel, An der Zitadelle 14-20, eröffnet wird.

Mit rund 65 historischen Musikautomaten lädt das Preussen-Museum NRW in Wesel zusammen mit der Sammlung Gauselmann – Deutsches Automatenmuseum (DAM), Espelkamp, auf eine Zeitreise durch viele Jahrzehnte faszinierender Technik- und Kulturgeschichte ein: Von den ersten industriell gefertigten Musikautomaten aus der Kaiserzeit bis hin zur Musikbox der Rock’n Roll-Ära sind die bedeutendsten Exponate des DAM zu sehen. Erinnerungen werden lebendig, denn die Ausstellung bietet mit ihren diversen Musikabspielgeräten die Plattform dafür, dass so unterschiedliche Musikstücke wie der Wiener Walzer und der Rock’n Roll aufeinandertreffen.

Thematisch gliedert sich die Ausstellung in drei Bereiche. Beginnend mit den „Mechanischen Musikautomaten“ startet die Zeitreise ins 19. Jahrhundert. Diese gilt als die Epoche, in der münzbetriebene mechanische Musikwerke ihre Geburtsstunde hatten. Sie wurden durch Stiftswalzen, Stahlblechscheiben oder Notenrollen gesteuert und hatten ihre Blütezeit um 1894, als Johann Strauß bereits sein 50-jähriges Künstlerjubiläum feierte. Mit Poppers „Aurora“, ein so genanntes Walzenorchestrion aus dem Jahre 1913, und Mills „Violana Virtuosa“, einem mechanischen Musikinstrument, das als Tonquelle eine Violine und ein Klavier besitzt, präsentiert das DAM zwei herausragende Automaten, die schon zu dieser Zeit zukunftsweisend waren.

Weiter wird in einem zweiten Themenbereich der Blick auf Amerika während der Prohibition und der allgemeinen Weltwirtschaftskrise hin bis zum 2. Weltkrieg gerichtet – eine Zeit, in der es in der Musikautomatenentwicklung zu einer entscheidenden Erfindung kam. Die erste vollelektrische Musikbox kam 1927 vom US-Hersteller AMI auf den Markt. Musikautomaten der großen Musikbox-Pioniere, wie Wurlitzer, Mills, Seeburg und Rock-Ola, zeigt die Ausstellung. Mit dem Modell P-10 aus dem Hause Wurlitzer aus dem Jahre 1934 ist das erste Großserienmodell mit einer Simplex-Mechanik vertreten. Bei diesem Modell liegen zehn Schallplatten in ausschwenkbaren Haltern übereinander.
Der Startschuss für die Musikboxindustrie in Deutschland, die den dritten Schwerpunkt in der Ausstellung bildet, fiel in Deutschland in dem Jahr, in dem Elvis seine erste Platte „My Happiness“ produzierte und die deutsche Musikboxindustrie (ab 1953) weltmarktfähige Produkte entwickelte. Zu einen der bedeutendsten Herstellern ab 1960 zählt auch die Firma Gauselmann, die es ermöglichte, dass das rotierende Plattenkarussell in einigen umgebauten Geräten 60 Platten fasste und so eine Auswahl von 120 Musiktiteln ermöglichte.

„Den Hauch der guten alten Zeit und das Lebensgefühl ganzer Generationen, die besonders zu Elvis Zeiten seinen Hüftschwung nachahmten, die Ära der Schallplatte und die Blütezeit der Musikboxen wird in dieser Sonderausstellung lebendig“, berichtet Monika Kokoska, Leiterin des DAM. Von dem anfangs noch hölzernen Design der Musikautomaten präsentiert das DAM, das mit über 1.150 historischen Münzautomaten zu den europaweit bedeutendsten Sammlungen gehört, auch die ganze Fülle an glänzenden und farbigen Auftritten der Musikboxen ganzer Generationen. Ein ganz besonderes Highlight ist zudem das Modell 1100 aus dem Hause Wurlitzer, das mit seiner gewölbten Glashaube über der Mechanik an die Rumpfnase eines B-17-Bombers erinnert und die Chromstangen die Kühlergrillgestaltung des Buick „Eight“ von 1947 imitieren.

Begleitend zu dieser Sonderausstellung ist das dokumentarische Buch „Johann Strauss meets Elvis – Musikautomaten aus zwei Jahrhunderten“ erschienen, in dem nicht nur die zahlreichen Musikautomaten abgebildet sind. Werner Reiß widmet sich auch der Entwicklungsgeschichte der Musikautomaten und stellt die wichtigsten Hersteller vor. Beiträge von Veit Veltzke und Armin Gauselmann, Vorstandsmitglied der Gauselmann AG und im Namen für die Unternehmerfamilie für die Sammlung zuständig, schließen den Bogen von 1880 bis zur Rock’n Roll-Ära. Das Buch, das von der Arnoldschen Verlagsanstalt GmbH, Stuttgart, herausgegeben wurde, ist für 25 Euro auch während der Ausstellung zu erwerben.

Strauss aus dem Pianola und Elvis aus der Juke-Box gibt es nach der Ausstellungseröffnung am 21. September bis zum 16. November 2003 zu den Öffnungszeiten des Preussen-Museums Wesel dienstags bis donnerstags und am Wochenende von 11:00 bis 17:00 Uhr. Weitere Informationen über die Ausstellung und das DAM gibt es im Internet unter www.deutsches-automatenmuseum.de und der Telefonnummer 05772 – 49 486 (Monika Kokoska) oder aber beim Preussen-Museum NRW in Wesel unter www.preussenmuseum.de/wesel.htm, das unter der Rufnummer 0281 – 33 99 60 zu erreichen ist.

Espelkamp, 03/17/2010

Mario Hoffmeister M.A. - Leiter Zentralbereich Kommunikation
05772/ 49-281; Fax: -297 MHoffmeister@gauselmann.de


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